Franz. Untertitel

des galons uniques tissés aux planchettes - des motifs historiques redécouverts - des galons et rubans pour toutes les époques

Freitag, 5. Mai 2017

Neue Rekonstruktion - London Girdle 441 - Nouvelle réconstruction

Gürtel faszinieren mich schon lange, und immer wieder kommt die Frage auf: gab es wirklich so viele brettchengewebten Gürtel, wie wir heute tragen?
Einige Funde aus London geben hier ein bisschen Auskunft. Viele sind nicht sehr breit, 8.5mm - 12mm, scheinen aber sowohl als Sporenriemen als auch als Gürtelbänder damit gut in Frage zu kommen.

Des ceinture me fascine depuis longtemps, mais on se pose toujour la question: est-ce qu'il y avait vraiment tant de ceinture tissées en planchettes, que nous portons aujourd'hui?
Quelques dàcouvertes de Londres donnent un peu d'informations sur ce sujet. Beaucoup de cettes galons trouvés ne sont pas très large, 8.5mm - 12mm, mais semblent bien se qualifier aussi bien pour des lanières d'éperons que des ceintures.


Rekonstruktion - London Girdle 441 - réconstruktion


Ein sehr interessanter Fund aus dem späten 14. Jhd. kann offensichtlich auch als Gürtelband interpretiert werden: No. 441 aus "Textiles and Clothing, Medieval Find from Excavations in London c. 1150-1450".

Was hier herausssticht ist, dass wollenes Garn zusammen mit Seide verarbeitet wurde. Die Abbildung ist nicht übermässig aufschlussreich, aber im Text heisst es, dass wollene schwarze Fäden mit einer kleinen Menge hellerer Seide kombiniert wurden, um einen Streifenmuster zu erhalten. Darüberhinaus wurde ein roter wollener Schussfaden verwendet.

Aus der Tatsache, dass der mittlere Streifen speziell als mit 4-Loch-Brettchen mit 4 Fäden gewebt erwähnt wurde, lässt mich vermuten, dass die schwarzen Streifen in 2-Loch gewebt wurden. Der rote Schuss kommt im mittleren hellen Seidenstreifen zum Vorschein. Dies kann wohl nur durch durch einenDrehrichtungswechsel entstehen.

Une très intéressante découverte de la fin du 14ème siècle peut clairement être interprété comme une ceinture. No. 441 des "Textiles and Clothing, Medieval Find from Excavations in London c. 1150-1450".

Ce qui frappe ici est que de fil de laine a été combiné avec de la soie. L'image est pas trop révélateur, mais dans le texte, il est dit que les fils noirs de laine ont été combinées avec une petite quantité de soie claire pour obtenir un motif de rayures. En outre, une trame de laine rouge a été utilisé.

Du fait que la rayure médiane a été spécifiquement mentionnée comme tissé avec des planettes à 4 fils, me fait l'impression que les rayures noires ont été tissés avec 2 fils dans les planchettes. La trame rouge est révélé dans le rayon de soie médiane. Cela peut probablement résulter que d'une changement de direction de rotation.


Eine angenährte Rekonstruktion sieht dann so aus: 

Une réconstruction approché serait comme cela:


Detail London Girdle 441

Drei weisse Streifen in Seide, 4-Loch und in der Mitte Drehrichtungswechsel, der Rest in schwarzer Wolle in 2-Loch gewebt, als Schussfaden wurde rote Wolle verwendet, die an den Rändern und in der Mitte (leicht) zu sehen ist.

Trois rayures blanches en soie, 4 trous et tissés des changements de direction de rotation au centre, le reste en laine noire en 2-trou, de la laine rouge comme le fil de trame qui peut être vu sur les bords et au milieu (légèrement).

Detail Rand - détail bord
Detail Mitte - détail centre




























Quelle:
Source:
Crowfoot E., F. Pritchard and K. Staniland, Textiles and Clothing: Medieval Finds from Excavations in London c. 1150-1450, London, 1992.

Donnerstag, 6. April 2017

Neue Muster und Rekos - 2 x Ladoga - nouveaux motifs et reconstructions

Manchmal kursieren historische Muster unter Brettchenwebern, und plötzlich kommt es einem vor, als ob alle dasselbe weben.
Mit diesem Muster scheint das so der Fall zu sein. Trotzdem stelle ich es hier auch noch mal vor.

Das S-Muster aus Gaigovo-Hügel 1aus dem 10.-13. Jhd.


Parfois, les motifs historiques circulent entre les tisserands, et tout à coup il arrive comme si tout le monde tissent le même.Il me semble d'être le cas avec ce motif. Néanmoins, je le presente ici encore une fois de plus.

Le motif de S du de tumulus 1 de Gaigovo du 10.-13. siècle.

Gaigovo 1

Gaigovo 1

Es stammt aus einer Begräbnishügel-Gruppe Gaigovo südöstlich des Ladoga-Sees im heutigen Russland. Das Begräbnis scheint für eine junge Frau / Jugendliche gewesen zu sein, und neben anderen Funden von Bändern ist dies das am schönsten gemusterte.

Silvia Aisling hat hier schon eine wunderbare Zusammenfassung geschrieben mit Rekos aller in Grab 1 gefundenen Bändern. 

Il vient d'un groupe de tumulus Gaigovo au sud-est du lac Ladoga en Russie d'aujourd'hui. Le funéraille semble avoir été pour une jeune femme / adolecente, et parmis d'autres découvertes de galons, c'est pour moi le plus beau motif.

Silvia Aisling a ecrit un très bon résumé avec images des récos de touts les galons trouvés dans ce tumulus 1.

Gaigovo 1

 


Das Fundstück ist 1.6-1.8 cm breit, aus roter, gelber und grüner oder blauer Wolle gewebt, und anhand der Detailaufnahmen kann man sehen, dass es wohl in 2-Loch-Technik gewebt sein muss. Auch hier Danke an Aisling für's genaue Hinsehen.

La découverte est 1,6-1,8 cm de large, tissé de laine rouge, jaune et vert ou bleu, et sur la base des images détaillées on peut voir qu'il doit être tissé dans la technique de 2 trous. Encore une fois, merci à Aisling pour l'inspection exacte.



Das zweite Muster stammt ebenfalls aus dem Ladoga-Raum, scheint aber nicht weiter zuzuordnen zu sein.
Es ist ein einfaches Schnurbandmuster, das durch die Farbgebung trotzdem sehr ansprechen wirkt. Das Fundstück ist ca. 1.5 cm breit und aus Wolle gewebt.

Ladoga


Ladoga



Le deuxième motif vient aussi de la région de Ladoga, mais apparement on ne peut pas l'associer à un tumulus particulier.
Il est un simple motif d'endourdissement qui est quand même très attractif grace à ses couleurs.

La découverte est d'environ 1,5 cm de large et a été tissée en laine.



Ladoga




Quellen:
Sources:
academia.eu:С. И. КОЧКУРКИНА, О. В. ОРФИНСКАЯ. ПРИЛАДОЖСКАЯ КУРГАННАЯ КУЛЬТУРА: ТЕХНОЛОГИЧЕСКОЕ ИССЛЕДОВАНИЕ ТЕКСТИЛЯ

Kochkurkina, Orfinskaya. Archaeological textiles of the 10th to the 12th century from the Gaigovo barrow group (Russia, Leningrad oblast). Archaeological Textiles Review No. 58.

 

Dienstag, 14. März 2017

Ausflüge in andere Zeiten.... oder von Mützen und Musikerlitzen

Wer hat am Kalender gedreht? Ist es wirklich schon so spät?
Kaum zu glauben, dass der letzte Post vom Novemer 2016 ist, dabei ist eine ganze Menge geschehen und entstanden!

Das Interessanteste kommt nach und nach in den nächsten Posts, jetzt geht es erst einmal ins 18. und 20. Jahrhundert.


Wenn jemand eine Mütze aus dem 18. Jhd. haben möchte, recht streng nach Vorbild in Maschenbild und Musterung, dann kann ich nicht widerstehen. Strickzeug war ausgegangen, also ran an die Nadeln.
Kleine Nadeln, 1.5mm Nadeln, wie sich herausstellte. Nur so war das feine Maschenbild zu erreichen, das gewünscht war.

Nach einigen Nadel-Problemen entstand dann eine recht annehmbare Reko der Mütze links:



Und hier ein paar Momentaufnahmen der Arbeit und des entstandenen Stücks:



Die Nadeln waren so kurz, dass sich das Gestrickte immer wieder einrollte und ein normales Arbeiten unmöglich machte. Es half nur, den Schlauch abzubinden und damit die Nadeln freizulegen.



















Jetzt weiss ich auch, warum viele Frauen früher nur mit 3 Nadeln arbeiteten. Lange Nadeln müssen also für das nächste Mal her.





















Martin ist sichtlich angetan, und ich freue mich nur unheimlich darüber, wie gut ihm diese Mütze steht. Seht selbst:

 




Und sie passt perfekt zur gesamten Kleidung, die - nur so nebenbei - komplett handgenäht ist:


Martin macht übrigens wunderbar recherchierte und gearbeitete Rekonstruktionen von Lederstücken: Schuhe - auch die im Bild oben, Taschen und anderes. Infos gibt es hier:




Desweiteren fragte mich jemand an, ob ich eine Musikerlitze für eine Tambouruniform des ausgehenden 19./ angehenden 20. Jahrhunderts weben kann.

Beispiel einer solchen Uniform

Diese waren eindeutig nicht brettchengewebt, doch anhand des Musters konnt die Struktur annehmbar nachgeahmt werden.



Ich finde es immer wieder spannend, was man nebenbei mit der Brettchenweberei als Vehikel lernt und wieviele interessante Menschen man kennenlernt. Deswegen ein Dankeschön an euch für diese abwechslungsreichen "Aufträge".